Kevelaer ist eine Stadt, die am linken Niederrhein im Kreis Kleve liegt. Diese Stadt ist seit dem 17. Jahrhundert ein wichtiger Wallfahrtsort der katholischen Kirche, der jährlich von mehr als einer Millionen Pilger besucht wird. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören auch die Wallfahrtsstätten, wie beispielsweise die Gnadenkapelle aus dem Jahr 1654. Das Gebiet um die Stadt ist durch eine Donkenlandschaft der niederrheinischen Tiefebene geprägt, dies bedeutet dass es sich um flache, meist sandige Erhebungen in einer durch Moor und Sumpf bestimmten Region handelt. Die erste urkundliche Erwähnung von Kevelaer fällt in das Jahr 1300. Dieses Schriftstück dokumentiert den Verkauf eines Bauernhofes. Bis zur Entwicklung seiner Wallfahrtsstätten war der Ort vor allem landwirtschaftlich geprägt und bestand aus vielen, oft einzeln gelegenen, Höfen. Kevelaer hat seit dem Mittelalter auch als Grenzstadt zu den Niederlanden eine besondere Bedeutung.
Die St. Antonius-Schützengilde besteht in dieser niederrheinischen Stadt schon seit dem Jahr 1531 und hatte ab diesem Zeitpunkt für viele Jahrhunderte die Aufgabe, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Vom Beginn des 17. Jahrhunderts an stand Kevelaer unter der spanischen Herrschaft des Erzherzogs Albert.
Die erste Walfahrtsstätte wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von einem Handelsmann aus Geldern errichtet, der an genau der Stelle des Stadtgebietes eine Stimme vernommen hatte, die ihn zum Bau einer Kapelle aufforderte. Von diesem Zeitpunkt an strömten Prozessionen und Pilgerzüge nach Kevelaer. Die erste größere Wallfahrtskirche, die heutige Kerzenkapelle, wurde 1644 erbaut. Zum einhundertjährigen Wallfahrtsjubiläum im Jahr 1742 kamen zahlreiche Pilger aus ganz Europa. Seit dem Jahr 1985 finden jährlich Motorradwallfahrten mit tausenden Bikern statt. Ein Höhepunkt für die Stadt war der Besuch des Papstes Johannes Paul II. im Jahr 1987. Zu den Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Kevelaer gehören die Gnadenkapelle, die Basilika, die Kerzenkapelle und die Beichtkapelle. Im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte kann sich der Besucher über die Entwicklung der Region informieren.